Frontpage, The Limits of Heritage. © International Cultural Center, Krakow, Poland.

Kultur und kulturelles Erbe sind im 21. Jahrhundert wie nie zuvor in der Geschichte durch (bewaffnete) Konflikte bedroht. Aber nicht nur unser Verständnis von Kultur, sondern auch die Art der Konflikte hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert. An die Stelle regional begrenzter asymmetrischer Konflikte sind globale asymmetrische Konflikte getreten, in die wir alle auf die eine oder andere Weise involviert sind. Parallel zu dieser Entwicklung werden die traditionellen exklusiven und elitären Vorstellungen von Kultur zunehmend durch ein zeitgemäßes Verständnis ersetzt, in dem Kultur die symbolischen Sinn- und Wissenssysteme distinkter sozialer Gruppen beschreibt. Angesichts dieser Phänomene erscheinen sowohl internationale Konventionen als auch der institutionalisierte Kulturschutz überfordert und kaum noch handlungsfähig. Sie bleiben deswegen praktisch wirkungslos. Der Text zeichnet diese Entwicklungen von den Jugoslawienkriegen der 1990er Jahre bis zu den terroristischen Anschlägen der Gegenwart nach und diskutiert mögliche Konsequenzen für Kultur, kulturelles Erbe und Gesellschaft.

Bibliographical information: Strahl, Tobias: Die Grenzen des Konventionellen – Kultur und kulturelles Erbe in den (bewaffneten) Konflikten des 21. Jahrhunderts. In: ICOMOS (Hrsg.): Baudenkmale in Konflikten und Katastrophen – Prävention / Intervention / Nachsorge. Weißenhorn 2023, S. 22-29.

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